|
Sidecar Racing Team Schwegler, erfolgreicher Saisonabschluss auf dem Frohburger Dreieck
Am letzten Septemberwochenende ging es zum Saisonabschluss nach Frohburg, um die beiden letzten Rennen auf der Traditionsrennstrecke „Frohburger Dreieck“ zu bestreiten.
Die Anreise erfolgte mit leicht gemischten Gefühlen: wie geht es nach dem Sieg in Hockenheim weiter? Denn nach dem Hoch kam auch schon oft ein Tief. Natürlich auch die Erinnerung an letztes Jahr, da hatte hier in Frohburg unser französisches Team Ducoret einen schweren Unfall.
Nach gut 5 ½ Stunden Fahrt sind wir gut in Frohburg angekommen. Unsere Mechaniker „Fantastic 4“ hatten schon das Zelt aufgebaut und wir brauchten nur einzuräumen. Dieses Mal waren drei von vier dabei, bzw. eigentlich waren es vier: Fritz, Uwe, Hagen und unser Jung-Mechaniker Stefan, dessen Interesse aber größer ist, selber in der nächsten Saison als Beifahrer unterwegs zu sein als sich als Schrauber zu betätigen. Am Freitagabend wurden dann noch die Papierabnahme und die technische Abnahme absolviert und wir waren gewappnet für das frühe Training am Samstagmorgen.
Für dieses erste Training hatten wir das Seitenwagenrad in die hinterste Position gesetzt und auch den Nachlauf verändert. Wir dachten halt: was umgekehrt bei dem Rechtskurs gepasst hatte könnte so nun für den Linkskurs auch funktionieren. In den 20 zur Verfügung stehenden Minuten konnten wir neun Trainingsrunden absolvieren und bemerkten dabei, dass die Einstellungen nicht optimal waren, konnten aber trotzdem sehr leicht unsere Rundenzeiten vom letzten Jahr erreichen. Wir beendeten das Training als 8-schnellster und waren ganz zufrieden.
Bei der Durchsicht des Gespannes nach dem Training stellten wir fest, dass diese nicht so optimale Einstellung des Seitenwagenrades auch Ihre Spuren hinterließ, denn das Seitenwagenrad schliff im Kotflügel. Daher setzten wir es in die gewohnte mittlere Position und veränderten auch nochmals den Nachlauf, damit das Gespann einen stabileren Geradeauslauf bekam.
Das Frohburger Dreieck ist eine Naturrennstrecke, d.h. hier wird für das Wochenende die Landstraße gesperrt und auf den sonst öffentlichen Straßen, dann Rennen gefahren. Dies bedeutet aber auch, die Straßen sind in dem Zustand wie man öffentliche Straßen so kennt: Spurrillen, ausgebesserte Asphaltstellen, Bodenwellen, usw. – fast „englische“ Verhältnisse.
Mit diesen Verhältnissen kamen die Meisterschaftsführenden Knapton/Miller in der F1 Klasse und Rösinger/Boneder in der F2 Klasse am besten zurecht.
Das zweite Training am frühen Nachmittag klappte auch wieder ganz gut. Die veränderten Einstellungen machten sich bemerkbar, und die Rundenzeiten konnten um weitere 3 Sekunden verbessert werden. Allerdings verbesserten sich auch die Rennkollegen. Der ein oder andere F1 Pilot, der noch im ersten Training wegen mangelnder Strecken Kenntnisse hinter uns lag, schob sich an uns vorbei. So landeten wir nach dem zweiten Training auf dem neunten Platz und dies war dann auch unsere Position in der Startaufstellung. In der F2-Wertung bedeutete dies, dass wir hinter Rösinger, Gärner und Kimeswenger das viert-schnellste F2 Gespann waren, aber die Abstände waren überschaubar!
Am frühen Abend sollte dann um 17.30 Uhr der Start zum Sprintrennen über 5 Runden erfolgen. Doch leider gab es in der Supersport-Klasse einen schwereren Unfall. Der Rettungshubschrauber musste kommen und es gab große Verzögerungen. Der Start erfolgte dann endlich so gegen 19.00 Uhr. Wegen der neuerlichen Verzögerung (schon beim ersten Training mussten wir ca. 30 Minuten auf die Wiederaufnahme des Trainings warten) traten alle Teams mit gemischten Gefühlen zu diesem Rennen an. Gerade hatte der Rettungshubschrauber abgehoben und die beginnende Dämmerung sorgte auch für Unruhe. Dann endlich der Start. Wir kamen nicht so gut weg wie gewohnt, schafften es aber, keinen Platz zu verlieren. Wir folgten zwar den Teams Bachmaier und Kimeswenger in einem dichten Abstand, aber das Frohburger Dreieck ist dafür bekannt, dass die Strecke nicht sehr breit ist und nicht an vielen Stellen überholt werden kann. Die ersten beiden Runden vergingen wie im Flug und im Kopf planten wir schon unser Überholmanöver. Doch daraus wurde nichts, denn in Runde 3 wurde das Rennen plötzlich mit der roten Flagge abgebrochen. Wir beendeten damit das Rennen, wie wir gestartet waren, auf der neunten Position und als viertes F2 Gespann. Durch die reduzierte Distanz entschied sich die Trophy-Leitung für die Vergabe von ½ Punkten.
Nach dem Rennen ging es dann zum gemütlichen Teil des Abends über, denn der Motorsportverein Königswartha (unsere Mechaniker) und das Team Schwegler gaben jeweils 50 Liter Freibier aus für den ersten Sieg in Hockenheim und die bisher schöne Saison. Der Einladung zum Freibier folgten dann auch viele Rennkollegen und in gemütlicher Runde, beim gezapften Bier, wurde es eine lange Nacht.
Dies war auch nicht schlimm, denn das Rennen am Sontag war erst am späten Nachmittag und so konnte jeder ausschlafen.
Gesagt, getan: der Wecker rappelte erst um 10.00 Uhr statt wie sonst um 7.00 Uhr. Nach einem schönen Frühstück wurde das Gespann von den Fantastic 4 für das Rennen vorbereitet. Am Gespann mussten keine Einstellungen geändert werden, die Eindrücke aus dem Sprintrennen waren gut, und daher wurde das Setup nicht verändert.
Um 16.30 Uhr dann der Start zum sogenannten „Gold Race“ oder auch Hauptrennen genannt, über die Distanz von 12 Runden. Wir legten einen perfekten Start hin, schoben uns direkt um ein paar Plätze nach vorne und schafften es, der Startkollision zwischen Team Sense und Team Knapton aus dem Weg zu gehen. In der ersten Linkskurve nach dem Start waren wir dann auch schon neben dem Team Rösinger und schafften es, auf dem Bergaufstück Rösinger/Boneder aus zu beschleunigen und folgten dem Team Bachmaier und Kimeswenger. Die Erfahrungen aus der Saison haben uns gezeigt, dass wenn wir das eine oder andere Team ein wenig unter Druck setzten können, dann passieren Fehler. So gelang es uns auch, nach drei Runden am Team Bachmaier vorbei zu kommen und dem Team Kimeswenger/Billich zu folgen. Bei der nächsten Fahrt über die Start/Zielgrade traute ich meinen Augen nicht: Auf der Boxentafel sah ich das wir in der Gesamtwertung zu diesem Zeitpunkt auf dem vierten Platz lagen und die Mechaniker führten schon Freudentänze auf. In den weiteren Runden gelang es uns, uns von unseren Verfolgern, Gebrüder Gärner, ein wenig abzusetzen und den Abstand nach vorne etwas zu verkürzen. Dann so, ab der achten Runde, setzen leider wieder meine leidigen Probl eme mit der Kupplungshand ein. Ich kann dann nicht mehr richtig kuppeln und dadurch wird die Fahrweise sehr unrund und langsamer. Dies bedeutete, dass sich der Abstand nach vorne vergrößerte und die Gärner Buben uns auf die Pelle rückten. Daraufhin fuhren wir noch ca. zwei Runden absolute Kampflinie, bis wir sie nicht mehr hinter uns halten konnten. Wir fielen damit auf den fünften Gesamtplatz in dem Rennen zurück, konnten diesen aber auch ins Ziel retten. In der F2 Wertung bedeutete dies ein hervorragender dritter Platz und einen weiteren Pokal. Wir und unsere Mechaniker waren damit sehr zufrieden. Im Rennen hatten wir die Rundenzeit nochmal um weitere 2 Sekunden auf 1,55 min verbessert und waren somit auf dem gleichen Niveau unterwegs wie Rösinger/Boneder.
Also war der Saisonabschluss mit einem vierten Platz im sehr kurzen Sprint und einem dritten Platz im Hauptrennen sehr positiv, auch wenn wir in der Saisongesamtwertung in der F2 Klasse nur den vierten Platz erreichten (letztes Jahr dritter). Doch wenn wir die Einzelrennen betrachten, war es unsere erfolgreichste Saison in unserer Rennkarriere. Denn mit zwei dritten Plätzen, einem zweiten Platz und einem ersten Platz waren wir erfolgreicher als je zuvor.
Dies haben wir auch unter anderem unseren Mechaniker und Freunden (Fantastic 4 genannt): Fritz, Uwe, Hagen, Bernd und Stefan zu verdanken, den gut gewarteten Motoren von Ralf Unfried und den Sponsoren und Helfern.
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!Vielen Dank!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Und tschüss!
Sidecar Racing Team Schwegler Diana u. Markus
|